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HazLoc

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Hazloc NNNY + NRBX

Bezug zur UL

Für einen UL-konformen Schaltschrank, ist der Aufstellungsbereich von großer Bedeutung. HazLoc ist die Abkürzung für Hazardous Locations, beschreibt also „gefährliche Orte“ als Einsatzstandort. In HazLocs besteht das Risiko für ein Feuer oder eine Explosion. Entsprechend müssen, bei der Zertifizierung eines Schaltschrankes für diesen Bereich, zusätzliche Standards und Regularien eingehalten werden.

Was bedeutet HazLoc?

HazLoc ist die Abkürzung für Hazardous Locations und heißt übersetzt „gefährliche Orte“. In der Steuerungstechnik werden Orte als HazLoc bezeichnet, an denen das Risiko eines Feuers oder einer Explosion besteht.

Hazardous Locations (HazLoc)

Um Arbeitnehmer am Arbeitsplatz vor möglichen Explosionen und Bränden, die durch Geräte verursacht werden, zu schützen, gibt es für Europa und Nordamerika unterschiedliche Klassifizierungssysteme. Hinzu kommt eine Vielzahl von Normen, die unbedingt einzuhalten sind. Und genau diese Unterschiede stellen Projektierer und Hersteller von Maschinen, Geräten und Anlagen, die ihre Produkte von Europa nach Nordamerika exportieren wollen, vor große Herausforderungen.

Denn der Explosionsschutz in Nordamerika, die „HazLoc-Certification“ unterscheidet sich erheblich von ATEX und IECEx, den Standards für Europa und viele andere Länder.

Klassifizierung für HazLoc

In Nordamerika legt die OSHA, die US-amerikanische Arbeitsschutzbehörde, die Anforderungen an die Arbeitsplätze auf der Basis von Sicherheitsstandards fest, die von Organisationen wie der NFPA, der National Fire Protection Association, entwickelt wurden. Eine sehr wichtige Norm ist in diesem Zusammenhang NFPA 70, der National Electrical Code (NEC). Er definiert explosionsgefährdete Bereiche als Bereiche, in denen Brand- oder Explosionsgefahren durch brennbare Gase oder Dämpfe, brennbare Flüssigkeiten, brennbare Stäube oder entzündliche Fasern oder Schwebstoffe entstehen können. Diese Definition stellt die Grundlage für die Klassifizierung von Hazardous Locations in Nordamerika dar.

Im Detail werden die die explosionsgefährdeten Bereiche jeweils nach Typ des Gefahrenbereichs, Zustand und Art der gefährlichen Materialien klassifiziert.

Auch für die Inspektoren sind die CCNs wichtig, denn sie dienen ihnen dazu, die ordnungsgemäße Verwendung einer Komponente zu überprüfen.

Typ des Gefahrenbereichs

  • Klasse I umfasst Bereiche, in denen brennbare Gase oder Dämpfe in ausreichender Menge in der Atmosphäre sein können, um explosiv oder entzündbar zu sein.
  • Klasse II bezieht sich auf Bereiche, die durch das Vorhandensein von in der Luft schwebenden, brennbaren Stäuben gefährdet sind.
  • Klasse III umfasst Bereiche, in denen sich Fasern und Schwebstoffe in der Nähe von Maschinen oder auf Beleuchtungskörpern ansammeln und durch Funkenschlag, Hitze oder heißes Metall entzünden können.

Betriebsbedingungen – Zustand

  • Division 1 (Normalzustand) – die Gefahr ist im normalen Produktionsalltag sowie bei häufigen Reparatur- und Wartungsarbeiten vorhanden.
  • Division 2 (Anormaler Zustand) – die Gefahr tritt nur bei zufälligem Bruch, Bersten oder fehlerhafter Bedienung auf.

Art der Gefahrenstoffe

  • In Klasse I werden die Gefahrenstoffe nach der Zündtemperatur des Stoffes, seinem Explosionsdruck und anderen brennbaren Eigenschaften gruppiert. Gruppen: A (Acetylen), B (Wasserstoff), C (Ethylen) und D (Propan).
  • In Klasse II erfolgt die Einteilung nach Zündtemperatur und Leitfähigkeit des Gefahrenstoffes
    Gruppen: E (Metallstäube), F (Kohlenstäube) und G (Getreidestäube).
  • In Klasse III befinden sich Materialien aus der Holz- und Textilverarbeitung, die leicht entzündlich, aber nicht explosionsgefährlich sind.
    Gruppen: Fasern und Schwebstoffe in der Holz- und Textilverarbeitung

Bereits 1927 wird die erste Ausgabe des Canadian Electrical Code veröffentlicht. Dieser CE-Code ist bis heute ein wichtiger Bestandteil des kanadischen elektrischen Sicherheitssystems und schützt Installateure ebenso wie die Verbraucher. Alle drei Jahre wird er aktualisiert, um die neuesten technologischen Fortschritte und andere wichtige Entwicklungen widerzuspiegeln. Auf diese Weise soll er dazu beitragen, die Sicherheit trotz der ständigen Weiterentwicklungen zu erhalten und zu verbessern.

Ein weiterer wichtiger Schritt erfolgt 1940: CESA beginnt mit der Prüfung und Zertifizierung (Certification) von elektrischen Produkten, die für den Verkauf und die Installation in Kanada bestimmt sind. Kurz darauf, 1944 erfolgt dann die Umbenennung von Canadian Engineering Standards Association (CESA) in Canadian Standards Association (CSA), um dem wachsenden Tätigkeitsbereich Rechnung zu tragen.

In den folgenden Jahren wächst die Organisation und expandiert auch in andere Länder. 2012 werden dann alle Geschäftsbereiche unter dem Namen CSA Group vereint. Heute ist die CSA Group eine globale Organisation, die in Kanada in der Erforschung, Entwicklung und Bildung von Standards führend ist und so die Sicherheit, die Gesundheit und die Umwelt in Kanada verbessert.

HazLoc Klassifizierung

Wie wird eine Steuerungsanlage für HazLoc zertifiziert?

Elektrische Bauteile stellen eine potenzielle Zündquelle dar und müssen deshalb im Bereich HazLoc für die Zertifizierung zusätzliche Standards und Regularien einhalten. So gilt für Steuerschränke, die sich in Hazardous Locations befinden, die Norm UL 1203, die die UL, (Underwriters Laboratories Inc.), das führende nordamerikanischen Prüflabor und NRTL, entwickelt hat.  Sie ist die Standardnorm für explosions- und staubexplosionsgeschützte elektrische Geräte zur Verwendung in genau klassifizierten, explosionsgefährdeten Bereichen.

Zur Webseite für UL 1203 Ex-Steuerschränke

Für Schaltschränke, die nicht direkt in explosionsgefährdeten Bereichen eingesetzt werden, jedoch eine unmittelbare Verbindung zu diesen aufweisen, gilt die Norm UL 698A. Dieser Bereich wird auch Ex-i-Bereich genannt.

Zur Webseite für UL 698A Ex-i-Steuerschränke

Die UL Normen UL 1203 und UL698A gelten für alle Steuerungsanlagen in HazLoc, die in die USA exportiert werden. Sie tragen dazu bei, dass UL Explosionsgefahr an us-amerikanischen Arbeitsplätzen weitestgehend ausschließen kann.

Werner Krayer

Über den Autor

Werner Krayer

Als Geschäftsführer verantwortet Werner Krayer die strategische und operative Gesamtausrichtung des Unternehmens.

Als Spezialist für UL-zertifizierte Schaltschränke weiß er genau, worauf es beim Export von Schaltschränken auf den nordamerikanischen Markt ankommt. Dabei ist für ihn eines klar: der Nutzen für den Kunden steht immer im Mittelpunkt.

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